Wie wird die Bezahlung bestimmt?

Grundsätzlich wird zwischen Entgeltgruppen und Entgeltstufen unterschieden. die Entgeltgruppe ist abhängig von der Tätigkeit und der Ausbildung. Die Entgeltstufen werden über berufliche Vorerfahrungen bestimmt.

Die folgenden Ausführungen geben zwar Inhalte des TV-L wieder, sind aber stark verkürzt. Für eine erste Einschätzung der Eingruppierung sind die genannten Regeln aber ausreichend.

Eingruppierung

Grundschullehrer_innen

Entgeltgruppe

Bemerkung

vollausgebildete  Lehrer_innen, egal welches Lehramt

E11

Angleichungszulage

vollausgebildete  Förderschullehrer_innen in der Tätigkeit als Förderlehrer_in (z.B.  Schwerpunktschulen)

E13

 

abgeschlossenes  Lehramtsstudium und Anerkennung als Erstes Staatsexamen

(Anerkennung bei Gymnasiallehramt und BBS nicht notwendig)

E11

Angleichungszulage

andere Stufenlaufzeit 1)

abgeschlossenes  Lehramtsstudium ohne Anerkennung als Erstes Staatsexamen

(Anerkennung bei Gymnasiallehramt und BBS nicht notwendig)

E10

 

abgeschlossenes  Förderschullehramtsstudium - kein Vorbereitungsdienst in der Tätigkeit als Förderlehrer (z.B. Schwerpunktschulen)

E13

andere Stufenlaufzeit 1)

abgeschlossenes  wissenschaftliches Hochschulstudium (Master, Diplom)

E10

Angleichungszulage

abgeschlossenes  Hochschulstudium (Bachelor)

E10

 

Beschäftigte mit anderer Ausbildung

E9

 


Pädagogische   Fachkräfte

Entgeltgruppe

Bemerkung

Sozialarbeiter,  Sozialpädagogen

E10

 

Erzieher,  Freundschaftspionierleiter, Heilerziehungspfleger, Hortner, Kindergärtner,  Ergotherapeuten, Logopäden, Physiotherapeuten mit sonder- oder  heilpädagogischer Zusatzausbildung

E9

 

Erzieher,  Freundschaftspionierleiter, Heilerziehungspfleger, Hortner, Kindergärtner,  Ergotherapeuten, Logopäden, Physiotherapeuten

E9

andere Stufenlaufzeit 2)

Beschäftigte mit anderer Ausbildung

E8

 

 

Schulkindergarten

Entgelt-gruppe

Bemerkung

Leiter an Sonderschulen als Sozialarbeiter, Kindheitspädagoge oder anderweitiger  einschlägiger Hochschulausbildung

E10

 

Leiter an als Sozialarbeiter, Kindheitspädagoge oder anderweitiger einschlägiger  Hochschulausbildung

E9

 

Leiter   als Erzieher, Freundschaftspionierleiter, Heilerziehungspfleger, Hortner, Kindergärtner, Ergotherapeuten, Logopäden, Physiotherapeuten und  sonderpädagogischer Zusatzausbildung

E9

 

Erzieher,  Freundschaftspionierleiter, Heilerziehungspfleger, Hortner, Kindergärtner,  Ergotherapeuten, Logopäden, Physiotherapeuten

E9

andere Stufenlaufzeit 2)


Herkunftssprachlicher  Unterricht

Entgeltgruppe

 

abgeschlossenes  (Lehramts-)Studium an einer wissenschaftlichen Hochschule

E10

 

abgeschlossene  Hochschulbildung

E9

 

abgeschlossene,  dreijährige fachspezifische Berufsausbildung

E8

 

Beschäftigte mit anderer Ausbildung

E7

 

Die obigen Tabellen geben eine Orientierung, sind allerdings vereinfacht dargestellt.

Die Eingruppierung im Bereich PES wird, wenn Lehrer_innen vertreten werden, nach der ersten Tabelle vorgenommen.

Beschäftigte im GTS-Bereich und SPS-PFs werden nach der Tabelle für Pädagogische Fachkräfte eingruppiert. Die einzige Ausnahme im GTS-Bereich sind Beschäftigte, die ausschließlich Aufsicht führen. Diese werden in die E2 eingruppiert. Honorarkräfte oder GTS-Kräfte, die über Rahmenverträge eingestellt werden, sind von dieser Eingruppierung nicht betroffen.

Eine große Gruppe von PFs (GTS und SPS) ist in der neuen Entgeltordnung nicht mehr vertreten. Das führt dazu, dass bei Neueinstellungen z.B. Diplom-Pädagog_innen nun nach E8 und nicht mehr nach E10 bezahlt werden müssten. Hier gibt es aber die Möglichkeit der Einzelfallprüfung. Bitte wenden Sie sich im Zweifel an uns.

Einstufung

Bei einer Neueinstellung ohne Berufserfahrung wird man der Entgeltstufe 1 zugeordnet. Im Laufe der Jahre „steigt man auf“. Dabei sieht man schon in den Tabellen zur Eingruppierung, dass es unterschiedliche Laufzeiten der einzelnen Stufen gibt. In der folgenden Tabelle ist abgebildet, wie viele Jahre in der jeweiligen Stufe zu verbringen sind:

Stufe

1

2

3

4

5

6

regulär

1

2

3

4

5

Endstufe

bei E9-E15

Endstufe

bei E2-E8

1)Lehrer-

Innen  ohne Vorberei-tungsdienst

2

5

3

4

Endstufe

 

2) kleine E9 bei  PFs

1

5

9

Endstufe

 

 

Bei der Neueinstellung wird geprüft, ob berufliche Vorerfahrungen vorliegen und ggf. anerkannt. Hierbei handelt es sich um die einschlägige Berufserfahrung oder um förderliche Zeiten.

einschlägige Berufserfahrung

Bei einschlägiger Berufserfahrung handelt es sich um Zeiten beruflicher Vorerfahrung, die vom Arbeitgeber anerkannt werden müssen. Folgende Regeln bei der Anerkennung von einschlägiger Berufserfahrung:

  • Die vorherige Arbeit war      gleichartig (lehrende Tätigkeit) und gleichwertig (in der Regel gleiche      Bezahlung).
  • Die Pause zwischen der      alten Tätigkeit und der neuen Tätigkeit beträgt maximal 6 Monate, bzw.      drei Jahre (dann wird diese einschlägige Berufserfahrung etwas anders      behandelt).
  • Die vorherige Tätigkeit      war nicht selbstständig (Honorarverträge können nicht als einschlägige      Berufserfahrung gelten).
  • Bei der einschlägigen      Berufserfahrung werden sogenannte Restzeiten errechnet. Wenn eine      Beschäftigte z.B. über eine einschlägige Berufserfahrung von 10 Monaten      verfügt, so wird die Beschäftigte der Stufe 1 zugeordnet. Allerdings      erhält sie bereits nach 2 Monaten die Stufe 2.
  • Die Personalräte sind bei      der einschlägigen Berufserfahrung in der Mitbestimmung.

förderliche Zeiten

Die förderlichen Zeiten darf der Arbeitgeber anerkennen um seinen Personalbedarf zu decken, wenn er also ansonsten nicht genügend (qualifiziertes) Personal werben kann. Bei der derzeitigen Situation im Grundschulbereich erkennt die ADD förderliche Zeiten an. Folgende Regeln sind bei den förderlichen Zeiten zu beachten:

  • Der Personalbedarf muss      gegeben sein (legt die Dienststelle fest).
  • Die vorherige Tätigkeit      darf auch selbstständig (Honorarverträge!) gewesen sein.
  • Die Bezahlung muss nicht      gleich gewesen sein. So können z.B. Zeiten aus PES-Verträgen, die während      des Studiums erarbeitet wurden, als förderlich anerkannt werden, auch wenn      die Bezahlung niedriger war.
  • Eine „schädliche      Unterbrechung“ wird im Tarifvertrag für die förderlichen Zeiten nicht      definiert. Der Arbeitgeber ist hier jedoch frei in seiner Entscheidung.
  • Die Personalräte sind      nicht in der Mitbestimmung, haben jedoch das Informationsrecht, welche      Zeiten warum anerkannt wurden.
  • Restzeiten werden nicht      anerkannt. Liegen vor der Ersteinstellung lediglich förderliche Zeiten von      10 Monaten vor, so verfallen diese. Die Beschäftigte verbleibt 12 Monate      in der Stufe 1.
  • Da die Anerkennung von      förderlichen Zeiten freiwillig ist und nur erfolgt, um Personal zu finden,      kann es hier nach Vertragsunterzeichnung keine „Nachverhandlungen“ geben.      Wurde ein Arbeitsvertrag unterschrieben, so dürfen (weitere) förderliche      Zeiten nicht mehr berücksichtigt werden.

 

 

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