Die Durchführung von ein- und mehrtägigen Klassenfahrten gehört zur Dienstpflicht einer jeden Lehrkraft.Dies gilt in besonderer Weise für Klassenleitungen.[1] 

 

Bei der Vorbereitung und Planung solcher Fahrten oder Wanderungen aber auch bei deren Durchführung selbst kommt es nach Erkenntnissen des BPR Grundschulen dabei immer wieder zu Problemlagen. Auch wenn die diesbezüglichen Rechtsvorschriften eindeutig sind[2], möchten wir im Folgenden Tipps und Hinweise geben, um Fehler und Pannen bei der Planung von Klassenfahrten zu vermeiden.

 

Bei den nachfolgenden Tipps und Tricks haben wir deswegen auch Sie als Lehrperson im Blick und weniger die Schülerinnen und Schüler.

 

1.   Lesen und beachten Sie die VV „Schulfahrten“. Diese sollte das Thema in einer Gesamtkonferenz sein. Nach der VV, Abschnitt 3.1, stellt jede Schule Grundsätze für die Durchführung von Klassenfahrten auf. Diese werden in der Gesamtkonferenz erarbeitet und als Schulfahrtenkonzept verabschiedet.

 

2. Beachten Sie die Richtlinien, die Ihr Schulelternbeirat zur Durchführung von Klassenfahrten verabredet hat. Das Schulfahrtenkonzept muss dem Schulelternbeirat zur Zustimmung vorgelegt werden (Schulgesetz, § 40, Abs. 6).

 

3.   Binden Sie den Klassenelternbeirat frühzeitig in Ihre Überlegungen mit ein.

 

4.   Sichern Sie die Teilnahmemöglichkeit finanzschwacher Schülerinnen und Schüler.

  • So könnten die Reisekosten in Raten eingezahlt werden.
  • Beantragen Sie beim Förderverein Ihrer Schule eine finanzielle Unterstützung.
  • Erwerbslose Eltern erhalten ggf. finanzielle Hilfe über das Jugendamt oder das Jobcenter.

 

5.   Stellen Sie frühzeitig einen Antrag bei Ihrer Schulleitung auf Erstattung Ihrer tatsächlich entstehenden Kosten.

 

6.   Schließen Sie alle Buchungen (Unterkunft, Fahrt usw.) in Schriftform auf dem Kopfbogen der Schule ab!

 

7.   Machen Sie auch dadurch deutlich, dass Sie nicht persönlich sondern im Auftrag der Schule agieren!

 

8.   Beachten Sie, falls erforderlich, Stornofristen!

 

9.   Sammeln Sie niemals Fahrtkosten in bar in der Schule/Klasse ein.

 

10. Einzahlungen der anfallenden Kosten erfolgen ausschließlich auf ein eigens hierfür eingerichtetes Schulkonto. Verwenden Sie niemals Ihr Privatkonto!!

 

11. Besprechen Sie die anfallenden Kosten im Rahmen eines Elternabends offen und legen Sie die Schlussabrechnung nach der Schulfahrt offen.

 

12. Bitten Sie eine Kollegin/einen Kollegen Ihre Abrechnung zu prüfen (evtl. auch ein Elternteil).

 

13. Nach Abschluss der Fahrt stellen Sie einen Erstattungsantrag über Ihre Schulleitung in Höhe der Ihnen tatsächlich entstandenen Auslagen.

 

14. Jedes Jahr verfallen allein an den Grundschulen über 50.000 Euro nicht abgerufener Finanzmittel.

 

15. Legen Sie niemals Ihre eigenen Kosten auf die Klassengemeinschaft um.

 

16. Lassen Sie sich nicht von Eltern „sponsern“.

 

17. Freifahrten müssen Sie in Anspruch nehmen. Es bleibt Ihnen aber unbenommen, den geldwerten Vorteil in die Klassenkasse einzubringen.

 

18. Als teilzeitbeschäftigte Lehrkraft klären Sie vor Fahrtantritt die Möglichkeit eines Zeitausgleichs. TV-L Beschäftigte haben einen Rechtsanspruch auf anteilige Vergütung; für BeamtInnen sollte u.E. zumindest ein interner Ausgleich möglich sein.

 

 

19. Ein Rechtsanspruch auf Erstattung entstandener Reisekosten besteht grundsätzlich für alle Begleitpersonen. Also auch für sogen. PF (Päd. Fachkräfte) als auch Eltern, Erziehungsberechtigte u.a.m.

 

Zu Ihrer weitergehenden Information haben wir hier noch ein paar Quellen zum Download bereitgestellt:

VV Schulfahrten

 

Kostenverzicht ungültig!
Urteil des Bundesarbeitsgerichts!

 

 

Und deswegen unser Appell: Machen Sie Ihre tatsächlichen Kosten geltend, Sie werden Ihnen zu 100% erstattet!  

Antrag Reisekostenvergütung
Antrag auf Reisekosten

 

Ihre Stufenvertretung wünscht Ihnen eine gelungene Klassenfahrt!

 

[1] Dienstordnung 6.2.6

[2] VV Richtlinien für Schulfahrten; Amtsblatt Nr. 12 aus 2007 S. 505 ff   

 


 

 

 

 

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